Say Cheese!

Käsekuchen – eine ganz persönliche Liebesgeschichte

Da sitze ich nun und soll den ersten Blog-Beitrag meines Lebens verfassen. Ich bin etwas nervös, denn das Thema ist mein persönlicher Wegbegleiter und hat mich bereits viel Schweiß, ein paar Tränen und ganz bestimmt einige Kilos mehr auf den Hüften gekostet. Der Käsekuchen!

Hä, Käsekuchen? Ja genau. Euer Wunschthema und mein Endgegner.

Unserer „Liebes“-Geschichte beginnt mit 16 Jahren während meiner Ausbildung zur Konditorin. Der Käsekuchen gehört natürlich zum Standardrepertoire im Konditorhandwerk. Wer sich aber bereits an ihm versucht hat wird wissen, dass es gar nicht so einfach ist dieses Schätzchen perfekt hinzubekommen. Ich stehe also als Frischling in der Backstube, vor mir ein narrensicheres Rezept und will den ersten Käsekuchen meines Lebens backen. Die Aufgabe scheint machbar und doch ist das Ergebnis wenig zufriedenstellend. Das traurige Etwas, welches mir da aus dem Ofen entgegenkommt, scheint zu sagen: „Na du bist wohl doch noch nicht soweit es mit mir aufzunehmen“. Woran hat es gelegen? Wer weiß das schon. Einige Jahre später und mit viel Übung gelingt der Käsekuchen, jedenfalls so wie sich meine damaligen Ausbilder ihn sich vorgestellt haben.

Mit dem Schritt in die Selbstständigkeit im Jahr 2010 warteten auf mich nie dagewesene Herausforderungen. Durch die Meisterschule und den angeschlossenen Betriebswirt wusste ich theoretisch wie es geht. Die eigene Existenzgründung lässt sich aber leider nicht standardisieren. Das wurde mir schneller bewusst, als mir lieb war. Zahllose Anträge ausfüllen, die Suche nach der passenden Immobilie, der Umbau der gefunden Immobilie – und ja klar, gebacken wurde zwischendurch auch noch. 24/7 war ich im Einsatz. Unterstützung gab es von der Familie und zum Glück hatte ich von Anfang an auch Experten an meiner Seite. Dies kann ich übrigens nur jedem empfehlen der überlegt zu Gründen. Nehmt Hilfe an! Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Unternehmen aufzubauen.

Nachdem die erste Gründungsphase abgeschlossen war und ich endlich in meiner eigenen Backstube stehen durfte begann ich zu grübeln. Was biete ich meinen Kunden an, wo soll die Reise hingehen. Schnell war klar; mein „alter“ Freund der Käsekuchen muss dabei sein. Aber dieses Mal zu meinen Bedingungen. Und wieder stand ich am Ofen und wartete mit Spannung darauf ob sich mit meinem entwickelten Rezept ein Käsekuchen backen lässt der meine zukünftigen Kunden begeistern wird.

 

Mmmmhhh. Woran hat es gelegen? Und wieder schaut mich das bekannte traurige Etwas aus dem Ofen an und dieses Mal scheint es zu sagen: „Bin ich ein Käsekuchen?“. Also nochmal von vorne.

Einige Versuche mehr (gezählt habe ich nur ganz heimlich) und da steht er endlich vor mir…

Mein perfekter Käsekuchen!

In über zehn Jahren als Unternehmerin haben wir beim Tortenatelier immer wieder neue Wege eingeschlagen. Das Team hat sich verändert, wir sind umgezogen und neue Produkte wurden eingeführt. An dem Rezept für den Käsekuchen habe ich allerdings nie wieder etwas verändert. Und bis heute ist er mein ständiger Begleiter. Keine Familienfeier findet ohne ihn statt und nicht nur einmal war er mir Seelentröster nach anstrengenden Tagen. Ich kann heute mit Stolz behaupten: „Käsekuchen ich liebe dich.“

Eure Caro